Ein Mann, seine Frau, und ihr Liebhaber laufen in eine Kneipe…

(Die Lichter sind warm im Büro der Psychologin, und leise Musik spielt im Hintergrund).

(Der Patient schaltet die Musik aus und hustet absichtlich).

PSYCHOLOGIN:
Also wenn Sie reden möchten, dürfen Sie gerne.

MANN: Jo…es ist wirklich nur, dass ich mir nicht sicher bin, wie ich meine Frau von dem andern Typ zurückgewinnen soll.

PSY.:
Zurückgewinnen.

MANN: Ich weiß auch nicht genau, wie lange er mit ihr schon gespielt hat.

PSY.: Der Typ mit deiner Frau.

MANN: Ja genau. Ich mache mir schon seit ein paar Tage Gedanken darüber, wie ich mich als besser beweisen
könnte.

PSY.: Besser als Ihre Frau?

MANN: Als der Typ.

PSY.: Ah.

MANN: Damit sie zu mir zurückkommt, verstehen Sie.

PSY.: Aber natürlich.

MANN: Also, sagen Sie jetzt bitte. Was halten Sie davon? Was kann ich tun, um ihr Herz wieder zu gewinnen?

PSY.: Also jetzt meinen Sie wohl das Herz ihrer Frau.

MANN: …ja, aber natürlich.

PSY.: Warum nicht das Herz des anderen Mannes?

MANN: Wie bitte?

PSY.: Ich frage nur, warum sie Ihre Frau als etwas zu gewinnen verstehen, aber Sie haben den andern Mann noch nicht als jemand bezeichnet, den Sie niederschlagen müssen.

MANN: Ich glaube nicht, dass ich Ihre Frage verstehe.

PSY.: Offensichtlich nicht.

MANN:
Geben Sie mir jetzt bitte eine Antwort. Was soll ich tun? Ich habe eigentlich vor, mit dem Typ einzuziehen und ihn besser kennen zu lernen. Dann werde ich vielleicht herauskriegen können, warum sie zu ihm gegangen ist, oder was sie überhaupt an ihn gut findet.

PSY.: Und würden Sie sich danach verändern, um ihr das zu geben, was sie an ihn mag?

MANN:
Also vielleicht.

PSY.: Oder würden Sie lieber seine Schwäche finden, und das Ihrer Frau zeigen?

MANN: Daran habe ich auch mal gedacht…

PSY.: Dann verstehe ich Ihr Problem genau.

MANN: Sie haben eine Antwort für mich?

PSY.: Ja, und sie lautet so: Sie sollen vielleicht mal mit Ihrer Frau zuerst reden, um herauszukriegen, was ihr an den Typ gefällt und warum sie sich von Ihnen abgewandt hat. Vielleicht sind SIE das erste Problem. Ist das Ihnen je in den Sinn gekommen?

MANN:
Also bitte—

PSY.: Anscheinend nicht.

MANN: Hören Sie jetzt zu. Wie soll das mein Problem lösen!?

PSY.: Ich glaube schon, SIE sind ja das Problem. Sie denken eigentlich gar nicht an Ihre Frau, nur daran, wie Sie sie wie ein Spielzeug zurückbekommen können. Ich unterschreibe Ihnen eine starke Realitätsdosis und die Eier, mit Ihrer Frau als rationale Person zu reden, statt sofort in die Luft wie ein gedankloser Idiot zu springen.

MANN: (schweigt, schockiert)

PSY.: Bitte machen Sie einen neuen Termin beim Sekretär aus, wenn Sie zurückkommen möchten.

(Sie schaltet die Musik wieder an und er steht auf zu gehen. Die Tür knallt hinter ihm, Blackout).

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s